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THOUGHTS: Die Sache mit der Motivation

16/10/2015

Es ist Freitagabend – aber wo ist die Motivation ? Die Woche ist so gut wie vorbei. Ich liege mit meiner Decke eingekuschelt auf dem herausgezogenen Sofa und trinke einen Tee nach dem anderen. Die erste Woche in der Universität hat mich geschafft, wie sonst was. Erschöpfung und Müdigkeit stehen mir ins Gesicht geschrieben. Meine Augenringe hängen weiter als nur bis zum Kinn. Draußen hört man die Tram rumplärren und die Autos auf den nassen Straßen rumflitzen. Durch die riesigen Altbaufenster drängt sich die kühle Herbstluft durch, die mir zeigen soll, dass auch ich endlich begreifen muss, dass es keine warmen Sommertage mehr geben wird.

Ich fühle mich von einen auf den anderen Schlag wieder in den tristen Alltag zurück katapultiert. Die typischen Gedanken des Semesterstarts klangen demnach am Montag noch so:

„Ich starte diesmal anders“ oder auch „Jetzt wird wieder durchgepowert“ ähnlich wie „Der Fokus liegt auf dir selbst“.

Heute, also fünf Tage später, erwische ich mich selbst auf dem Sofa liegend. Anstatt Dinge zu tun, die nötig sind, sehe ich mich selbst im Spiegel der Faulheit. Verwöhnt von dem großen Nichtstun des Sommers, hänge ich rum und überlege stattdessen, welche Serie mich als nächstes auf Netflix im Semester begleiten könnte. Schlechtes Gewissen oder Reue schleichen sich erst ein, wenn ich mir die Aufgabenliste ansehe, die seit Montag mit jedem Tag ein bisschen länger und größer geworden ist. Hey Prokrastination, mein alter Freund, warum besuchst du mich schon in der ersten Woche?

Und hier ist sie wieder die Sache mit der Motivation. Sie kommt und geht wie es ihr passt, zumindest fühlt sie sich gerade nicht sehr kontrollierbar an. Gerade vorm Semesterstart war ich voller Enthusiasmus und Planungen über den Rest des Jahres und das darauffolgende Jahr. Ob ich heute einfach einen schlechten Tag habe – Vielleicht. Aber vielleicht suche ich auch nur einen kleinen Zufluchtsort, der mich vor den kalten Wochen, voller Termine und Erledigungen, schützen soll. Oder vielleicht ist es doch nur die Angst vor Etwas neuem, die Angst vor Veränderungen? Der Mensch ist ja bekanntlich ein Gewohnheitsmensch.

Manchmal ist es man doch nur selbst, der einen aufhält neue Dinge auszuprobieren oder sich selbst neu zu finden. Früher oder später muss ich mich doch aus meiner eigenen Komfortzone kicken. Unser WG-Motto hat mich heute einfach erfüllt und wird es zumindest bis Montag noch tun. Naja aller Anfang ist schwer. Heute wird mich wahrscheinlich Hoziers Stimme in den Schlaf singen und morgen wird ein neuer Tag, wo sie hoffentlich zurückkehrt. Die Motivation.

 

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