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Kraftklub – 21.10.17 – Hans-Martin-Schleyer-Halle, Stuttgart – Konzert Review

12/11/2017

Kraftklub haben mittlerweile ihr drittes Album „Keine Nacht für Niemand“ rausgebracht und sind natürlich dieses Jahr auch wieder auf große Deutschlandtour gegangen. Da im Sommer noch kein Termin für Wien geplant war, entschied ich mich dafür sie nochmal in der Schleyer-Halle in Stuttgart zu sehen. Wie das Konzert war und warum ich immer wieder auf ein Kraftklubkonzert gehe, verrate ich euch hier.

YEEEEEES, endlich konnte ich wieder auf ein Kraftklub-Konzert gehen und das verdanke ich allein meiner kleinen Schwester, die sich beim Vorverkauf direkt an den Laptop gesetzt hat und schnell die ersten Karten gesichert hat. Die Stehplatzkarten waren auch sehr schnell ausverkauft, auch wenn die Schleyer-Halle in Stuttgart wirklich nicht klein ist. Nachdem ich unglücklicherweise das FM4 Überraschungskonzert in Wien wortwörtlich verschlafen habe, war ich umso motivierter Kraftklub endlich mal wieder live zu sehen. Natürlich wäre mir ein Konzert in einem Club viel lieber gewesen, aber man kann ja auch nicht alles haben. Denn wenn man an die Anfänge von Kraftklub denkt, haben sie eine immense Entwicklung gemacht. Ihr erstes Konzert in Stuttgart spielten sie sogar in der Röhre, die es ja jetzt leider nicht mehr gibt.

Ungefähr eine Stunde vor Einlass begaben wir uns vor die Schleyer-Halle, wo uns schon eine riesige Traube von Menschen erwartete. Im Vergleich zu den meisten waren wir ziemlich spät dran. Die ersten Fans waren anscheinend schon vor 12:00 mittags da. Trotzdem sind wir noch an weiße Bändchen gekommen, mit denen wir also doch noch eine Chance auf gute Stehplätze hatten. Obwohl das bei einem Kraftklubkonzert egal ist, denn nur gestanden wird meistens sowieso nicht.

Vorband: Gurr

Gurr – © Sara Schmidt

Pünktlich gegen 20.00 Uhr kam Gurr auf die Bühne. Ich kannte Gurr vor Kraftklub noch nicht wirklich. War aber wirklich positiv überrascht und werde auch ein paar Songs von ihnen in meine neue Playlist mitnehmen. Irritiert war ich von dem Song Walnuss, der als einziger deutscher Song gespielt wurde. Die restlichen Lieder waren aber dann doch alle auf Englisch.  Die beiden sind auf jeden Fall sehr witzig und haben eine verrückte Show mit viel Energie und Dynamik abgeliefert. Wer also auf Garage steht sollte auf jeden Fall mal in ihr neues Album reinhören.

Kraftklub

Kraftklub – © Sara Schmidt

Als die ersten Töne von Band mit K ertönten, verwandelte sich das Publikum innerhalb von wenigen Sekunden zu einem gewaltigen Moshpit. Nach den ersten 30 Sekunden hatte ich meine kleine Schwester verloren und befande mich ziemlich schnell mit Mittelpunkt eines Moshpits, ohne es direkt absichtlich angesteuert zu haben. Schon nach dem ersten Song hatte sich die Crowd in ein schwitziges und enges Getümmel von Menschen verwandelt und war fast nicht mehr aufzuhalten. Mit den Songs „Fenster“ und „Hallo Nacht“ ging es dann prompt weiter. Gerade der Mix aus den verschiedenen drei Alben hat sehr gut geklappt und gezeigt, wie viele Hits und Dauerbrenner Kraftklub in ihren Jahren gesammelt hatten. Nach ein paar Liedern wurde ein Typ auf die Bühne kommen und an einem Glücksrad mitbestimmen, welcher Song als nächstes gespielt werden darf. Zum Glück entschied sich das Schicksal für „Scheissindiedisko“ und nicht die 5 Minuten Zigarettenpause. Für mich selbst war dieses Lied auch irgendwie der Höhepunkt. Vielleicht auch will mitten im Song mein Jutebeutel auseinandergerissen wurde und ich ihn danach an mich binden musste, da ich zu faul war um ihn an der Garderobe abzugeben *kann man sich mal auf die Schulter klopfen*.

Die neuen Lieder wurden meistens fast genauso krass gefeiert wie die älteren Klassiker wie „Karl-Marx-Stadt“ oder „Mein Leben“. Ein bisschen ruhiger und fast schon „moshpitlos“ wurde es dann aber erst zum Liebesmedley „(Kein Liebeslied / Liebe / Dein Lied / Für immer / Melancholie  / Deine Gang)“. Danach kam dann Gurr noch auf die Bühne um mit Kraftklub den Song 2 von Blur rauszuhauen. Mein persönlicher Favorit vom neuen Album ist ja „Chemie Chemie Ya“, der dann zum Glück auch noch gespielt wurde. Während „500 K“ regnete es dann natürlich ein bisschen Scheine.

Felix Brummer mitten im Getümmel – © Sara Schmidt

Nach ein paar weiteren Songs gab es dann aber noch eine fette Zugabe, die dann doch noch ganz schön reingehauen hat. Gespielt wurde dann aber mitten im hinteren Teil des Publikums, auf einer großen roten würfelartigen Bühne. Auch wenn das viele nicht so als wichtig ansehen, finde ich es auch immer wieder schön, dass Kraftklub politische Statements auf der Bühne macht und sich zu Situationen äußern. Klar gehört das vielleicht nicht für jeden zur Qualität einer Performance, aber ich sehe es als großes Plus. Beendet wurde das Konzert natürlich mit „Songs für Liam“ und einem weiß-roten Konfettiregen.

Im Endeffekt haben Kraftklub über zwei Stunden gespielt und die meisten Fans eins gemacht: kaputt und glücklich! Zumindest war ich es nach dem Konzert. Ob ich nochmal auf ein Kraftklubkonzert gehen würde? Ja auf jeden Fall und gerade weil die Show einfach  abwechslungsreich bleibt und mir auch nach dem 4. Mal live sehen nicht langweilig war. Vielleicht habe ich ja bald mal wieder das Glück, sie auf einer Clubtour zu erwischen. Aber bis zum nächsten Mal ist dann doch wieder Zeit und bis dahin habe ich dann auch bestimmt einen neuen Jutebeutel.

Setlist: 

Band mit dem K / Fenster / Hallo Nacht / Mein Leben / Sklave / Eure Mädchen /Alles wegen dir / Scheissindiedisko / Fan von Dir / Unsere Fans / Wie ich / Karl-Marx-Stadt / Am Ende / Medleyversivon von (Kein Liebeslied / Liebe / Dein Lied / Für immer / Melancholie / Deine Gang) / Song 2 (Blurcover mit Gurr) / Chemie Chemie Ya / 500 K / Liebe zu dritt

Zugabe: Ich will nicht nach Berlin /Schüsse in die Luft / Randale /Blau / Songs für Liam

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